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Wüstenrosen richtig schneiden, vermehren und überwintern

Der klangvolle Name Wüstenrose verspricht, was die beliebte Zimmerpflanze hält. Das zauberhafte Gewächs ist in den Halbwüsten der arabischen Halbinsel, sowie dem tropischen Ost- bis Südwest-Afrika beheimatet. Die Gattung Adenium ist eigentlich monotypisch und besitzt nur eine einzelne Art. Da sie jedoch sehr variabel ist, wird sie in der Botanik in bis zu 6 Arten aufgespalten. Die Wüstenrose (Adenium obesum) ist eine immergrüne Sukkulente aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), zu denen auch Oleander (Nerium) oder Seidenpflanzen (Asclepias) gehören. Typisch für diese Familie ist ein giftiger Milchsaft, der aus Pflanzenwunden hervortritt, äußerlich zu Reizungen und innerlich zu Vergiftungen führt.

Bei der Wüstenrose handelt es sich um einen sukkulenten immergrünen Strauch, perfekt an Hitze und Trockenheit angepasst. Diese Eigenschaft macht die Pflanze zu einer ausgezeichneten Zimmerpflanze am Südfenster, die sich nicht von praller Sonne oder trockener Heizungsluft beeindrucken lässt. Als Strauch gaukelt sie durch eine Stammbildung einen baumförmigen Wuchs vor, dessen Basis verdickt ist und als Wasserspeicher dient. Vergleichbar mit dem Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata), der ebenfalls auf diese Weise längere Trockenzeiten übersteht. Die Verdickung beschränkt sich keineswegs auf den oberirdischen Spross, sondern setzt sich teilweise unter der Erde fort und kann vielgestaltig wirken. Dieser Stamm und ihr Wuchs machen den eigentlichen Reiz der Pflanze aus, selbst wenn sie mit Blüten geizt. An Naturstandorten kann die Wüstenrose über einen Meter, vereinzelt auch über zwei Meter groß werden. Auf der Fensterbank muss man diese Größe nicht fürchten, denn die Wüstenrose lässt sich für ihr Wachstum viel Zeit. Ihre dornenlosen Äste sind unregelmäßig geformt. An den Triebenden sitzen spiralartige Büschel glänzend-ledriger Blätter. Dank des Wasserspeichers bleiben sie sogar an heißen Naturstandorten satt dunkelgrün. Vom Frühling bis in den Sommer präsentiert sich die Sukkulente mit farbenfrohen Stieltellerblüten in leuchtendem Rot, Rosa oder Weiß. Gärtnerische Züchtungen zeigen Wüstenrosen sogar mit gefüllten Blüten.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Wüstenrosen richtig gepflanzt?

Bei der Wüstenrose weist der Name bereits auf den gewünschten Standort hin. Sonnig und trocken darf und sollte es gern sein. Am Sonnenfenster fühlt sich die exotische Zimmerpflanze besonders wohl. Sie reckt sich förmlich in die Richtung der einstrahlenden Sonne. Ein gleichmäßiger Wuchs ist nur möglich, wenn sie regelmäßig gedreht wird. Kühle Zugluft ist der Wüstenrose unbekannt und bekommt ihr nicht. Ein kühlerer Stand ist im Winter von Vorteil, denn durch die Ruhepause bildet die Pflanze im Frühjahr vermehrt Blätter und Blüten. Zuvor wirft sie untypischerweise für eine Immergrüne alle Blätter ab. Während der winterlichen Auszeit sind Temperaturen von mindestens 10, besser 12 bis 15 Grad erforderlich. Steht der sukkulente Strauch im Winter zu warm, mangelt es im Frühjahr an Blühfreude. Den Sommer kann die Wüstenrose sogar im Freien an sonniger Stelle auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen. Eine Mittagsschattierung hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen. Im Spätsommer wird das wärmeliebende Wüstengewächs zurück ins Haus geholt.

Die Wüstenrose ist eine Zimmerpflanze und wird im Topf kultiviert. Wenn es sich um eine (samen-) echte Wüstenrose handelt, benötigt sie zwingend ein durchlässiges Substrat. Im Handel werden häufig veredelte Wüstenrosen angeboten, deren Unterlage Oleander sind. Sie sind weniger nässeempfindlich und können in gewöhnlicher Kübelpflanzenerde kultiviert werden. Sowohl samenechte als auch veredelte Wüstenrosen dürfen keinesfalls unter Staunässe leiden. Wie fast alle Sukkulenten reagiert die Wüstenpflanze auf übermäßige Feuchtigkeit mit Fäulnis. Herkömmlicher Zimmerpflanzenerde wird für die Kultur mit Tongranulat versetzt oder man greift praktischerweise gleich zur Kakteenerde. Große Abzugslöcher und Drainage am Gefäßgrund sorgen für einen ungehinderten Wasserabfluss.

 

Wie topft man Wüstenrosen richtig um?

Sehr zeitig im Frühjahr, oftmals noch im späten Winter signalisiert die Wüstenrose mit der ersten Blüte beginnendes Wachstum. Dieser Zeitpunkt bietet sich für das Umpflanzen bzw. Auffrischen des Substrates an. Umgetopft wird dann, wenn der Topf zu klein geworden ist oder das Substrat keinen guten Eindruck mehr macht. Wenn das neue Substrat leicht feucht ist, kann auf das Angießen nach dem Umtopfen verzichtet werden.

Wie muss man Wüstenrosen pflegen?

Das Schlimmste, was man einer Wüstenrose antun kann, sind großzügige und gut gemeinte Wassergaben. Es macht ihr nichts aus, wenn sie über längere Zeit trockensteht. Doch stehende Feuchtigkeit an der Stammbasis verursacht Fäulnis und führt unweigerlich zum Pflanzentod. Gewässert wird in der Wachstumszeit nur tröpfchenweise bzw. sehr zurückhaltend. Eine leichte Substratfeuchtigkeit genügt dem bescheidenen Gewächs. Im Winter wird die Wasserversorgung fast gänzlich eingestellt. Ganz vergessen darf man die Wüstenrose allerdings nicht. Alle paar Wochen prüft man mit dem Finger die Bodenfeuchtigkeit. Diese winterliche Ruhephase ist für die Sukkulente essentiell, denn nur so übersteht sie die lichtarme Jahreszeit. Etwas mehr Wasser erhält die Wüstenrose, wenn sich durch die Frühlingssonne und steigende Temperaturen erste Blüten und neue Blätter zeigen.

In der Wachstumszeit von März bis September erhält die Wüstenrose zwei- bis dreimal einen schwach dosierten Volldünger. Selbst in dieser Hinsicht gibt sich die Zimmerpflanze genügsam.

 

Wie vermehrt man Wüstenrosen?

Ihr langsamer Wuchs macht Schnittmaßnahmen überflüssig. Wenn geschnitten wird, sind es Stecklinge für die Vermehrung. Diese Vermehrung gestaltet sich einfacher und führt schneller zum Erfolg als Samen. Saatgut wird im Frühjahr bei 21°C ausgesät. Die Nachkommen variieren jedoch in ihren Blütenfarben und entsprechen selten der Mutterpflanze. Stecklinge werden im Sommer von nicht blühenden Trieben geschnitten und mit warmem Fuß im Vermehrungssubstrat bewurzelt. Stecklingsvermehrte Wüstenrosen zeigen einen kleinen Makel, indem ihre typisch verdickte Basis wenig ausgeprägt ist.

Warme feuchte Zimmerluft ohne Zirkulation kann zu einem Blattlausbefall führen. Ist die Luft durch Zentralheizungen sehr trocken, lässt sich ein Befall durch Spinnmilben nicht ausschließen.

 

Welche Verwendung haben Wüstenrosen?

Wüstenrosen sind frostempfindlich und werden bei uns als Zimmerpflanzen gehalten. Sie wirken durch die verdickte Sprossbasis exotisch und begeistern von Frühling bis Sommer mit wundervollen Blüten. Ihre Trockenheitsverträglichkeit macht sie zu einem wahren Geheimtipp unter den Zimmerpflanzen.

 

Sind Wüstenrosen giftig?

Wüstenrosen gehören zu den Hundsgiftgewächsen, deren Milchsaft Hautreizungen verursacht und innerlich Vergiftungen verursacht. Es ist sinnvoll, unnötigen Kontakt zu vermeiden. Das gilt ebenso für Haustiere, vor denen die Wüstenrose geschützt stehen sollte.

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