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Sommerflieder richtig schneiden, vermehren und pflanzen

Der Sommerflieder ist als wundervoller Blütenstrauch des Sommers bekannt. Noch bekannter ist er den Schmetterlingen, den er seine Zweibezeichnung Schmetterlingsflieder zu verdanken hat. Kaum ein Ziergehölz vermag so viele Schmetterlinge zu seinen Blüten zu locken. Sommerflieder gehören der botanischen Gattung Buddleja an. Seinen deutschen Namen nach zu urteilen, könnte eine Nähe zum gewöhnlichen Flieder (Syringa) vermutet werden. Ein Trugschluss, denn beide Pflanzen sind noch nicht einmal familiäre Verwandtschaft. Von den ca. 140 verschiedenen Arten, ist sind nur wenige in der Gartenkultur. Dafür gibt es zahlreiche Sorten und Züchtungen, die einen besonderen Wert besitzen.

Sommerflieder wachsen als sommer-, winter- oder immergrüne Halbsträucher bzw. Sträucher. Selten bilden sie einen baumartigen Wuchs. In der Natur findet man sie an Flussufern, Fels- und Strauchformationen in Asien, Afrika, Nord- und Südamerika. Ein großer Teil stammt aus tropischen und subtropischen Gebieten, weshalb man sie hierzulande beschränkt kultiviert. Gärtnerisch sind neben dem Wechselblättrigen Sommerflieder (Buddleja alternifolia) und dem Kugel-Sommerflieder (Buddleja globosa) besonders die zahlreichen Sorten des Schmetterlingsflieders (Buddleja davidii) interessant. Diese Züchtungen sind allgemein als Davidii-Hybriden bekannt.

Der schnellwachsende Strauch entwickelt lange gebogene Triebe mit gegenständigen lanzettlich-zugespitzten Blättern. Die Blattunterseiten sind in der Regel heller als die Oberseiten und zeigen einen grauen Filz. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Höhe von bis zu 3 und eine Breite von fast 5 Metern. Vom Sommer bis zum Herbst bilden sich an den Spitzen des diesjährigen Holzes dichte Rispen zahlloser duftender Einzelblüten. Die konischen Blütenrispen können eine Länge von 30 Zentimeter und mehr erreichen.

Die Pflanzenmerkmale variieren stark zwischen den einzelnen Sorten. Für nahezu jeden Wunsch und Hausgarten gibt es einen passenden Schmetterlingsflieder. Blütenfarben erscheinen sortenabhängig in Weiß, Purpur, Rot oder Violett. In milden Winter bleibt das Laub am Strauch haften. Sobald die Fröste jedoch strenger werden, sterben die Blätter, teilweise ganze Triebe ab. Auch wenn das Rückfrieren nach Tragik anmutet, der Sommerflieder ist äußerst schnitttolerant und wächst innerhalb eines Jahres wieder zu einem üppigen Busch heran.

Sommerflieder sind in Gärten recht häufig anzutreffen. Sie bereichern Gehölzpflanzungen, bilden einen Hintergrund in Staudenrabatten und machen eine ausgezeichnete Figur als Solitär (Einzelpflanzung). Man kann Schmetterlingssträucher in den Rasen setzen, sodass er nach allen Seiten seinen markanten Wuchs entwickeln kann. Seine farbenfrohen Blütentriebe fallen bogig wie Pinselspitzen nach außen. Ebenso können Schmetterlingsflieder in großen Töpfen und Kübeln gezogen werden. Da sie ganzjährig im Freien verbleiben, sind sie eine dauerhafte Bereicherung und ein Magnet für Schmetterlinge auf Balkonen und Terrassen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird der Sommerflieder richtig gepflanzt?

Sommerflieder entwickeln nur an sonnigen Standorten ihre Blütenpracht. Werden sie von Nachbarsträuchern oder Bäumen zu stark schattiert, fällt die Blüte entsprechend mager aus. Gepflanzt wird vorzugsweise im Frühjahr. Der Strauch hat mehrere Monate Zeit, am Standort zu verwurzeln. Herbstpflanzungen sind möglich, nur weniger empfehlenswert. Da man im Vorfeld nicht abschätzen kann, wie der Winter wird, sollten frische Pflanzungen im Herbst geschützt werden. Als Boden kommt jeder normale und gut erwärmbare Gartenboden in Frage. Durchlässig, fruchtbar und in der Wachstumsphase ausreichend Feuchtigkeit bieten den Wurzeln optimale Bedingungen. Bodenverbesserungen können bei leichten Sandböden Kompostgaben bedeuten, bei schweren feuchten Böden fördert grober Sand oder Kies die Durchlüftung.

Der Pflanzabstand hängt von der sortenabhängigen Wuchsform ab. Am schönsten wirken Sommerflieder einzeln, beispielsweise mitten in der Wiese oder unterpflanzt mit Bodendeckern im flachen Staudenbeet. In Gruppe mit anderen Sträuchern kommt der schöne bogige Wuchs nur ungenügend zu Geltung. Es ist ratsam, ihm soviel Platz zu geben, dass er seine Wuchsbreite voll ausschöpfen kann.

 

Wie pflanzt man den Sommerflieder um?

Jeder Garten verändert sich mit der Zeit und den Ansprüchen des Gärtners. Beim Umgestalten ergibt sich manchmal die Notwendigkeit eines Umpflanzens des Strauches. Wie das Einpflanzen wird auch das Umpflanzen im Frühjahr vorgenommen. Man verbindet die Pflanzarbeiten mit dem Rückschnitt zum Ausgang des Winters. Um den Strauch wird ein Ballen schräg mit dem Spaten gestochen. Die Pflanze wird ausgehoben und an den neuen Standort versetzt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen erhalten bleibt und nicht zerfällt. Für einen längeren Transport empfiehlt sich das Einwickeln mit einem Jutesack oder einer Plane. Am neuen Standort wird das Pflanzloch deutlich größer als der Ballen ausgehoben. Der Grund wird mit einer Grabegabel aufgelockert. Lockere Erde erleichtert das anschließende Anwachsen und Einwurzeln. Wenn nichts beim Umpflanzen schief gegangen ist, präsentiert sich der Sommerflieder im Sommer durch sein rasches Wachstum wie gewohnt in voller Größe und Blüte.

Wie pflegt man Sommerflieder?

Die Pflege des Sommerflieders entspricht den Maßnahmen anderer Ziersträucher. Dazu gehört wässern in Trockenperioden und das Mulchen der Baumscheibe mit nahrhaftem Kompost oder Humus im zeitigen Frühjahr. In normalen Wintern benötigen Sommerflieder keinen Schutz. Doch strenge Kahlfröste bewirken das Rückfrieren der Triebe bis zur Basis. Um diesen Erfrierungen vorzubeugen, wird die Strauchbasis mit Kiefernnadeln oder trockenem Mulch überschüttet. Solange ausreichend Knospen selbst nach harten Wintern an der Basis erhalten bleiben, besteht kein Grund zur Sorge. Schutz erhalten jedoch Sommerflieder in Kübeln. Bei ihnen ist die Gefahr deutlich größer, dass Gefäße durchfrieren und irreparable Schäden an Basis und Wurzeln entstehen. Kokosmatten, Jutesäcke oder Frostschutzvlies verhindern das Schlimmste.

Krankheiten und Schädlinge muss man am Sommerflieder kaum fürchten. Trockene warme Lagen können jedoch Rote Spinnmilben anziehen. Ihre Anwesenheit zeigt sich durch helle bis silbrige Pünktchen auf den Blättern. Schlägt das Sommerwetter plötzlich ins Kühle und Feuchte um, deutet ein weißer Belag auf Mehltau hin.

 

Wie schneidet man Sommerflieder?

Seine Schönheit behält der Sommerflieder nur, wenn er jährlich geschnitten wird. Die kalte Jahreszeit hinterlässt am Strauch deutliche Spuren. Glücklicherweise wächst der Sommerflieder bis zum Sommer wieder nach und blüht am neuen Holz. Das bedeutet für den Schnitt, dass der Strauch Ende Februar ziemlich kurz über dem Boden abgeschnitten wird. Drei bis fünf Knospen sichern an den Trieben das neue Wachstum. Dieser radikale Schnitt gilt auch für Sommerflieder im Topf.

 

Wie vermehrt man Sommerflieder?

Kultursorten von Sommerflieder lassen sich am einfachsten per Steckling im späten Frühjahr vermehren. Die halbverholten Triebspitzen bewurzeln meist problemlos. Wer die Zeit verpasst hat, kann den Sommerflieder im Herbst durch Steckreiser vermehren.

 

Welche Verwendung hat Sommerflieder?

Schmetterlingsflieder ist ein pflegeleichter Strauch, der je nach Sorte überschaubar groß wächst. Er ist optimal für kleinere Hausgärten oder als Hintergrund für spätsommerliche Staudenbeete geeignet. Der Zierstrauch kommt optisch zur Geltung, wenn die umgebenden Stauden nicht höher als einen Meter werden. Damit übernimmt er mit seinem ausladenden Wuchs die Leitstellung in der Pflanzung. Gut kombinierbar ist der Sommerflieder mit verschiedenen Gräsern und Astern. Er eignet sich weiterhin zur Hang- und Böschungsbepflanzung. Im Topf oder Kübel bleibt der Sommerflieder durch den beschränkten Wurzelraum kleiner. Steht die Kübelbepflanzung nach allen Seiten offen, bildet der Sommerflieder einen schönen symmetrischen Wuchs. Bewundernswert und dekorativ am Rand von größeren Terrassen.

 

Welche Sommerflieder Sorten gibt es?

Bei den Sommerfliedern sind drei Arten bzw. viele Kultursorten verbreitet.

  • Buddleja alternifolia – Stark überhängende und bogig wachsende Art mit büscheligen Blütenrispen. Gut mit Kletterrosen zu kombinieren.
  • Buddleja davidii – Ursprungsart der unzähligen Davidii-Hybriden mit langen konischen Blütenrispen mit großem Farbspektrum von Weiß bis Dunkelviolett
  • Buddleja globosa – Seltene gelborange blühende Art, die hierzulande mehr als Kübel- als Gartenpflanze kultiviert wird
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