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Bartblume richtig pflanzen, pflegen, düngen und vermehren

Inhaltsverzeichnis:

 

Tipps für die Pflanzung der Bartblume 

Trotz des Klimawandels und milderer Winter gelten Bartblumen etwas kälteempfindlich. In rauen Lagen ist ein Frostschutz nach wie vor angebracht. Zum Anpflanzen wird ein sonniger warmer Pflanzplatz gewählt. Hierbei kann es sich um ein Sonnenbeet, eine südwärts gerichtete Hanglage, sonnige Terrassenbeete, den Hintergrund im Steingarten oder Kübel handeln. Die Topf- und Kübelkultur hat den entscheidenden Vorteil der Mobilität. Die Kübel können vor dem Winter an eine geschützte Stelle umgeräumt werden. Der optimale Standort für die Bartblume liegt windgeschützt, beispielsweise durch benachbarte Sträucher, Mauern oder sonstigen Windfang. Besonders eisige Winde im Winter können dem Halbgehölz zusetzen.

Beim Boden ist die Bartblume weniger anspruchsvoll. Ihr ist jeder durchlässige Boden genehm, der mäßig trocken bis frisch ist und keinerlei Staunässe aufweist. Starke Nässe im Winter sorgt regelmäßig für Pflanzenschäden. Deshalb sind schwere tonige Böden mit Sand oder Kies zu drainieren. Alternativ sorgt auch ein erhöhter Pflanzplatz für den notwendigen Wasserabzug. Für die Kübelkultur wird ein Gemisch aus hochwertiger Gehölzerde, versetzt mit Blähton verwendet. Das Mineral erhöht die Strukturstabilität des Bodens und sorgt für eine gute Durchlässigkeit. Wenn Kompost vorhanden ist, kann dieser mit Gartenerde und Sand in gleichen Teilen als Kübelsubstrat hergestellt werden.

Gepflanzt werden Bartblumen am besten im Frühjahr. Im Handel bekommt man sie meist nur auf Nachfrage, denn sie werden in der Regel im Sommer als blühende Containerpflanzen angeboten. Je mehr Zeit zum Anwachsen den Bartblumen gegeben wird, desto stabiler überstehen sie den kommenden Winter. Kurzum, je später man pflanzt, desto notwendiger wird ein Winterschutz im Freien. Gefährdet sich insbesondere Pflanzungen im Oktober bzw. dem Herbst. Als Winterschutz reicht in der Regel Tannenreisig oder Frostschutzvlies.

Beim Einpflanzen wird ein Pflanzloch ausgehoben, das der doppelten bis dreifachen Größe des Topfballens entspricht. Der Grund des Pflanzloches wird mit einer Gabel tiefengelockert und der Erdaushub notfalls mit drainierendem Sand vermischt. Trockene Wurzelballen sind vor dem Einsetzen im Wasserbad zu tränken und werden mit den Fingern etwas aufgelockert. Das Aufdröseln von Wurzelfilz bewirkt, dass die Wurzeln der Bartblume schneller ins Erdreich finden. Eine Düngung nach der Frühjahrspflanzung mit Hornspänen oder Hornmehl wirkt wie ein Wachstumsbeschleuniger.

Kombinieren lässt sich die Bartblume vielfältig. Gute Beetnachbarn sind Salbei, Lavendel, Heiligenkraut, Fette Henne oder verschiedene Gräser. Hübsche Akzente durch ein Blau-Weiß-Farbspiel setzt man in Kombination mit trockenheitsverträglichen Ballhortensien als Begleitpflanzen. Diese Kombination wirkt sehr attraktiv als Reihenpflanzung in Form einer kompakten Blütenhecke. 

 

Wie wird die Bartblume richtig gepflegt? 

An einem geeigneten Standort machen Bartblumen nur wenig Mühe. Gegossen werden die Halbsträucher nur bei längerer Trockenheit. Nährstoffe verabreicht man den Bartblumen im Frühling durch eine Düngung. Entweder wird Kompost um die Pflanze aufgetragen und eingeharkt oder man verwendet Hornspäne bzw. Gehölzdünger. Spätestens ab dem Sommer dürfen die Halbgehölze nicht mehr gedüngt werden. Ansonsten reift das Holz nicht aus und die Winterhärte schwindet.

Bartblumen besitzen wie ein Lavendel viele ätherische Öle. Sie helfen der Pflanze, Schädlinge fernzuhalten. Aber auch von Krankheiten bleiben Bartblumen weitestgehend verschont. Nur an zu feuchten Standorten oder Winternässe können Wurzelkrankheiten auftreten. 

 

Wann wird die Bartblume geschnitten?

Der jährliche Rückschnitt der Bartblumen erfolgt Ende März, sobald stärkere Fröste nicht mehr zu befürchten sind. Der Spross verbleibt über den Winter an der Pflanze, denn er schützt vor Erfrierungen an der Basis. Geschnitten wird die Bartblume bodennah direkt an der Basis in etwa 10 bis 20 cm Höhe über dem Boden. Aus dem gestutzten Spross erfolgt im April oder Mai ein kräftiger neuer Austrieb, an dem sich viele Knospen für die Blüte im Sommer bilden. Der Rückschnitt dient zusätzlich der Pflanzengesundheit. Er regt das Pflanzenwachstum an und hält die Bartblume vital.

Ein Ausputzen der Blütentriebe wird im Sommer vorgenommen. Bartblumen blühen durchaus nach, wenn Verblühtes entfernt wird. Die Blütezeit des Halbgehölzes lässt sich durch diesen minimalen Pflegeaufwand um mehrere Wochen verlängern. 

 

Wann wird die Bartblume umgepflanzt?

Ergeben sich im Garten Umgestaltungen, können Bartblumen nach dem Rückschnitt im Frühjahr an einen neuen Platz umgepflanzt werden. Von den Gegebenheiten sollten sich alter und neuer Standort ähneln. Zum Umpflanzen wird die Bartblume umstochen, der Ballen ausgehoben und am neuen Ort eingepflanzt. Eine Handvoll Hornspäne helfen beim Anwachsen.

Bartblumen im Topf oder Kübel werden ca. alle vier Jahre im Frühling umgepflanzt. Die Erde ist dann so verbraucht, dass ein Substratwechsel ratsam ist. 

 

Wie überwintert die Bartblume am besten? 

Bartblumen sind ausreichend winterhart, nur sollten sie in rauen Lagen vor starker Kälte und eisigen Winden geschützt werden. Wichtig dabei ist, dass der Spross nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurückgeschnitten wird. Er schützt in der kalten Jahreszeit die Basis. Zusätzlichen Schutz gibt eine Abdeckung aus Tannenreisig, Frostschutzvlies oder das Anhäufeln mit Rindenmulch. In Topfkultur sind Bartblumen gefährdeter, denn die Gefäße können im Winter durchfrieren. Dafür sind sie mobil und können an eine geschützte Ecke umgestellt werden. Sind die Gefäße für einen Transport zu groß oder unhandlich, können sie mit Luftpolsterfolie oder Laubsäcken eingepackt werden. 

 

Wie wird die Bartblume richtig vermehrt? 

In unseren Breiten bilden Bartblumen kaum oder keine Samen aus. Deshalb führt kein Weg an der vegetativen Vermehrung vorbei. Am einfachsten ist das Schneiden von Triebspitzen, die als Steckling im Sommer in nährstoffarmer Anzuchterde bewurzelt werden. 

 

Besonderheiten bei der Bartblume? 

Beim Anpflanzen der Bartblume sollte ein Pflanzabstand von einem dreiviertel bis einen Meter berücksichtigt werden. Der Blütenbusch wird ca. einen Meter hoch und breit. Damit er gut zur Geltung kommt, wird er von kleineren Stauden umgeben oder in den Vordergrund sonniger Gehölzrabatten gepflanzt. 

 

Welche Verwendung hat die Bartblume? 

Insgesamt gibt es 8 Arten der Bartblume. Im Handel und Gärten sind jedoch fast ausschließlich Sorten der Gartenhybride Caryopteris x cladonensis zu finden. Am bekanntesten ist die Sorte 'Heavenly Blue' mit ihren mittel- bis dunkelblauen Blüten. Daneben gibt es mittlerweile einige andere Sorten, die in rosa oder lila variieren. Einen kompakten Wuchs und besonders dunkelblaue Blüten zeigt die Sorte 'Blauer Spatz'.

 

Weitere Informationen

In Gärten leuchtet mancherorts ein himmlisches Blau, mit dem sich die Bartblume schmückt. Die Bartblume, botanisch Caryopteris x cladonensis, gehört zu den Eisenkrautgewächsen (Verbenaceae) und ist eine Kreuzung aus zwei ostasiatischen Arten. Sie wurde vor knapp 100 Jahren in England gezüchtet und zählt heute zu den Gartenlieblingen. Von den Bartblumen gibt es unterschiedliche Sorten, jedoch ist die Sorte 'Heavenly Blue' die bekannteste und verbreitetste.  

Von Weitem ähneln Bartblumen buschigen Stauden. Jedoch verholzen sie an der Sprossbasis, weshalb sie zu den Halbgehölzen oder Halbsträuchern zugeordnet werden. Ausgewachsen werden sie Büsche von einem Meter Höhe und Breite. Die Triebe sind von einem graufilzigen Belag überzogen, der als Hitze- und Trockenheitsschutz fungiert.

Die himmel- bis dunkelblauen Blüten bilden sich ab dem Hochsommer büschelweise in den Blattachseln und bereichern sonnige Staudenpflanzungen und Beete bis in den Herbst mit ihrer Farbgebung. Mit ihrer Leuchtkraft ziehen sie nicht nur die Blicke auf sich, sondern locken scharenweise Pollensammler an. Bienen, Hummeln und Schmetterline sind oft gesehene Gäste.

Bartblumen sind empfehlenswerte Gartenpflanzen, die sich auf vielfältige Art in blütenreichen Sonnenpflanzungen integrieren lassen. An geeigneten Standorten sind sie über Jahre treue Begleiter, ohne viel Mühe zu bereiten.

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