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Kletterrosen richtig schneiden, pflanzen und pflegen

Zur Begrünung von Wänden, Spalieren oder Pergolen bieten sich Kletterpflanzen an. Zu den Schönsten zählen zweifellos die Kletterrosen. Sie sorgen zur Sommerzeit für eine scheinbar unendliche Blütenfülle und nicht selten verwöhnt ein wundervoller Duft vorüberziehende Nasen. Als Kletterrosen bezeichnet man Rank- und Rambler-Rosen. Beide Rosengruppen gehören zur Gattung der Rosen (Rosa) mit etwa 270 Arten und vielen tausend Züchtungen weltweit. Kaum eine andere Pflanze genießt einen derart hohen Stellenwert wie die Rose in der professionellen Pflanzenzucht.

Zu den Kletter- und Rankrosen gehören aufrecht überhängende Sorten, die selten 3 Meter in der Wuchshöhe übersteigen. Durch ihren Wuchs werden starke steife Triebe mit ausgeprägten Stachelbesatz gebildet. Das dichte Blätterkleid zeigt eine mittel- bis dunkelgrüne Farbe. Die vielgestaltigen Blüten neigen zum Remontieren und blühen mehrmals im Jahr. Als Rambler werden Rosen bezeichnet, die dank starker Wuchskraft lange, biegsam überhängende Triebe mit starken Stachelbesatz und dichtem Laub entwickeln. Man schätzt die Rosen für ihre Wüchsigkeit, denn 5 Meter und mehr sind keineswegs die Ausnahme. Die meisten Rambler blühen nur einmal im Jahr, dann aber in einer ungeahnten Prächtigkeit von Früh- bis in den Hochsommer. Ihre Blüten zeigen sie zumeist ungefüllt, seltener in gefüllter Form. Sie sitzen am zweijährigen Holz und verbinden sich zu Blütenbüscheln. In den letzten Jahrzehnten hat die Pflanzenzüchtung mehrere Rambler hervorgebracht, die ähnlich den Rankrosen remontieren und mehrmals im Jahr blühen.

Die Auswahl an Kletterrosen ist im Handel recht groß. Es empfiehlt sich im Allgemeinen, Sorten mit dem ADR-Siegel zu erwerben. Diese Rosensorten wurden unabhängig über Jahre von Experten gesichtet und geprüft. Sie zeichnen sich durch eine große Robustheit und besonders gute Blütenmerkmale aus.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Kletterrosen richtig gepflanzt?

Bei Rosen ist es üblich, sie als wurzelnackte Ware zu handeln. Die Pflanzen werden im Frühjahr oder Herbst lose ohne Wurzelballen in der Ruhezeit angeboten. Später im Jahr sind Containerrosen erhältlich. Sie sind nicht an die Pflanzzeiten gebunden und lassen sich jederzeit an ihren zukünftigen Standort einpflanzen. Kletterrosen wachsen in die Höhe und beanspruchen im Beet vergleichsweise wenig Platz. Gewählt werden ein sonniges Beet bzw. ein Standort vor einer Mauer oder Wand. Kletterrosen eignen sich beispielsweise hervorragend zur Fassadenbegrünung. Es werden auch absonnige Bereiche toleriert, wobei mit abnehmender Lichtintensität die Blüte schwächer ausfällt. Südost- und Westlagen haben sich als vorteilhaft als Standort erwiesen.

Vorteilhaft ist eine leichte Luftzirkulation am Standort. Wie andere Rosen auch, begünstigt feuchtes Laub die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Je schneller das Laub rundherum abtrocknet, desto gesünder bleiben die Rosen.

Mit normalen Böden kommen Kletterrosen gut klar. Die Erde sollte durchlässig, tiefgründig, kräftig und nährstoffreich sein. Keinesfalls darf sie zur Staunässe neigen oder zu stark verdichtet sein. Gänzlich ist stehende Nässe zu vermeiden. Nasse Böden werden mit Sand bzw. Kies drainiert oder durch eine erhöhte Pflanzposition (Dammaufschüttung) optimiert.

 

Brauchen Kletterrosen eine Rankhilfe?

Kletterrosen bilden keine Haftwurzeln aus und benötigen für ihren Wuchs eine Rankhilfe oder ein Gerüst. Halt geben eiserne Kletterhilfen bei Solitärpflanzungen im Beet. Beliebte Gestaltungselemente sind Rosen- und Torbögen, durch die Gartenbereiche wirkungsvoll abgetrennt werden. Lauschige Plätzchen und Landhausidylle versprechen metallene Rosenpavillons, die als Ganzes den Rosen zum Klettern dienen. Für eine Wand- und Fassadenbegrünung ist ein Spalier notwendig, das einige Zentimeter entfernt von der Wand angebracht ist. Es muss ausreichend Stabilität bieten, um den gewichtigen Rosenspross zu halten.

Das Pflanzloch wird im Abstand von etwa 50 cm zur Rankhilfe gegraben. Rosen wurzeln im Allgemeinen tief. Das Eingewöhnen erleichtert man ihnen, wenn das Pflanzloch etwas tiefer ausgehoben und am Grund mit einer Grabegabel ausgiebig gelockert wird. Trockene Wurzelballen von Containerrosen werden vor dem Pflanzen im Wasserbad getränkt. Man belässt sie solange im Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wurzelnackte Rosen verbringen mehrere Stunden im Wasser, damit sich ihr Holz vollsaugen kann. Eingepflanzt werden sie vertieft, sodass sich ihre Veredlungsstelle 5 cm unter der Erde befindet.

Kletterrosen lassen sich in größeren Töpfen kultivieren. Die Kübelkultur sollte jedoch wohl bedacht sein. Wie andere Kübelpflanzen auch, erwarten sie mindestens alle 5 Jahre einen Substratwechsel. Da sich Kletterrosen mit dem Rankgerüst verankern, kann ein Bodenaustausch problematisch werden. Wurzelnackte Kletterrosen erhalten im Zuge der Pflanzung einen initialen Pflanzschnitt. Alle Triebe werden auf Kniehöhe zurückgeschnitten.

Wie pflegt man die Kletterrose richtig?

Der Name Kletterrose verspricht mehr als er halten kann. Die kletternden Rosen verfügen weder über Haftwurzeln noch können sie winden oder umschlingen. Sie wachsen schlichtweg hoch und fallen ohne Sicherung zu Boden. Daher ist es notwendig, die als Spreizklimmer bezeichneten Kletterpflanzen aufzubinden und am Rankgerüst zu fixieren. Hierzu verwendet man Bast, Clips, gummierten Draht oder locker befestigte Kabelbinder. Die Blütenbildung erfolgt im oberen Bereich. Triebe werden möglichst waagerecht oder fächerförmig angebunden. Diese Anordnung verteilt einerseits die Blüte gleichmäßig über den gesamten Strauch und andererseits wird das starke vertikale Wachstum ausgebremst. Lässt man ihrem aufrechten Wuchs freien Lauf, verkahlt der untere Bereich größtenteils.

Während der Sommermonate wird auf ausreichend Bodenfeuchtigkeit geachtet. Gewässert wird nur der Boden, sodass die Blätter trocken bleiben. Zweimal im Jahr werden Kletterrosen gedüngt. Die erste Nährstoffgabe erfolgt zu Beginn des Austriebes im April, die zweite im Juni nach der ersten Blüte. Verwendet wird idealerweise Rosendünger in der angegebenen Dosierung vom Hersteller.

 

Wie werden Kletterrosen geschnitten?

Im Gegensatz zu Beet- und Strauchrosen werden Kletterrosen nur selten geschnitten. Erst nach drei Jahren werden kurz vor dem Austrieb kranke oder tote Zweige entfernt und der Strauch ausgelichtet. Lange unverzweigte Triebe von öfter blühenden Kletterrosen werden eingekürzt. Der Rückschnitt regt die Verzweigung an und fördert die Bildung neuer blütentragender Seitenzweige. Auf Schnittmaßnahmen bei einmal blühenden Kletterrosen verzichtet man. Weggeschnitten werden jedoch Wildtriebe, die unterhalb der Veredlungsstelle herauswachsen. Belässt man sie, verlagert sich die Wurzelkraft in die wilden Triebe und schwächen den eigentlichen Spross.

Obwohl Kletterrosen unsere Winter gut überstehen, führen Witterungsperioden mit Kahlfrösten oder eisigen Winden zu Erfrierungen. Die Rosenstöcke werden am Boden mit Erde oder Rindenmulch angehäufelt. Zusätzlichen Schutz verleiht helles Vlies, Sackleinen oder eine Bambusmatte, mit der die Rosen bis in eine Höhe von 2 Meter umwickelt werden.

Pflanzenschutz ist bei allen Rosen ein Thema. Pilzkrankheiten sorgen trotz besserer Resistenzen immer wieder für Probleme. Echter Mehltau, Sternrußtau, Grauschimmel oder Rosenrost sind einige von möglichen Infektionen. Befallenes Laub wird regelmäßig entfernt und entsorgt. Die Kombination von Feuchtigkeit und Wärme begünstigen die Verbreitung der Pilzkrankheiten, insbesondere auf den Blättern. Prophylaktisch werden im Frühling Pflanzenstärkungsmittel gespritzt.

 

Welche Verwendung hat die Kletterrose?

Kletterrosen sind fantastische Gartenpflanzen, die durch ihre Blüh- und Wuchskraft begeistern. Die blühenden Schönheiten sind in Gärten kaum zu übersehen. In Staudenpflanzungen übernehmen sie an Obelisken oder anderen Rankhilfen eine Leitstellung. An Tor- und Rosenbögen schaffen sie als gestalterisches Element blühende Übergänge von Gartenräumen. Sitzecken unter bewachsenen Pergolen oder Rosenpavillons versinken während der Blütezeit in einer romantischen Duftkulisse. Mit den kontrastreichen Farben der Kletterrosen werden Hauswände, Mauern und Fassaden optisch aufgewertet. Stark wachsenden Rambler-Rosen sind bei kreativen Gartenbesitzern zum Bewachsen von alten Bäumen beliebt. Die wüchsigen Rosen klettern in die Bäume und nutzen absterbende Kronen als natürliches Klettergerüst.

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